Nun, wir haben uns getroffen und unser siebtes und letztes Kampagnenspiel gespielt!
******* Der folgende Text enthält Spoiler zur „Scouring Sands“-Kampagne *******
Sender ist durchgedreht. Er peitscht die Überreste der 18. Jade Falcon Regulars zu einem Amoklauf an, um die Hauptstadt anzugreifen und einfach alles und jeden zu vernichten, der ihnen im Weg steht. Tanits Talons sind das Einzige, was zwischen ihnen und den guten Leuten von Apolakkia steht.

Das Szenario
Tanit präsentiert eine Karte des Einsatzgebiets.
Es wird erwartet, dass die Jade Falcons aus westlicher Richtung angreifen. Da sie bei ihrem Vorstoß jegliche Raffinesse vermissen lassen, sind sie schon früh leicht zu erkennen, sodass unsere Helden reichlich Zeit haben, sich vorzubereiten. Entlang der Westseite des Flusses wurde ein dichtes Minenfeld angelegt (durch kleine Kreuze gekennzeichnet). Mit Unterstützung der örtlichen Handelsliga platzieren sie zudem zwei mittelschwere Geschütztürme auf einigen hohen Gebäuden.

Das Spiel
Wir stellen uns in dem blau umrandeten Bereich auf; an der gelben Tischkante rechnen wir mit dem Angriff. Wir haben uns auf unsere bewährte, unkomplizierte Art aufgestellt.
Fürs letzte Spiel werfen wir fast alles in die Schlacht, was wir haben.
Lees Scout–Lance nimmt auf der rechten Flanke Stellung ein. Delacroix steuert ihren neu erworbenen Phoenix Hawk IIC, neben ihr befindet sich der Lanzenführer Lee in seinem Victor. Zur Feuerunterstützung haben sie Kieferböcks Catapult mitgebracht. Alle Battlemechs der Lanze wurden in „Tanit’s Talons Dunkelgelb RAL 1024B“ umlackiert.
In der Mitte sehen wir Tanits Lanze: Cpt. Tanit in ihrem Marauder, Leutnant Leekon in seinem Phoenix Hawk und Fraser in seinem Crusader.
Cadillacs Feuerlanze hat wohl die Weisung zum uniformen Anstrich nicht bekommen.
Sie schicken vier Battlemechs ins Feld: Zucchini steuert den Awesome, Sally und Kai Masters steuern jeweils ihren Thunderbolt und Catapult, und Lt. Cadillac sitzt in ihrem Warhammer IIC ganz weit links an der Flanke.
Sie werden von den mittleren Geschütztürmen unterstützt.
Als erster Feindmech stapft der Summoner heran.
Wir warten erst garnicht, bis er ins Minenfeld taumelt, sondern eröffnen sofort das Feuer.
…aus unserer kuscheligen Deckung.
Auf der anderen Flanke probiert Delacroix mal die Sprungtriebwerke ihres neuen „Phoenix Hawk II“. Der 80–Tonnen–Riese landet sanft auf einem Tafelberg.
Die Truppen des Clans sichern offenbar ihre äußeren Flanken mit schweren Schwebepanzern ab. Ein Fulcrum an der Linken (der einen Schuss auf Delacroix’ ungeschützte Position abfeuert, damit aber nicht viel bewirkt), …
… ein weiterer Fulcrum auf der Rechten.
Der Linke durchbricht verwegen unsere Linie und benimmt sich generell sehr ärgerlich. Seit dem allersten Einsatz wissen wir, dass die Dinger sehr flott und sehr zäh sind.
Darüber hinaus drang eine Gruppe von Elementaren über den Kanal in das Gebiet ein. Sie fangen an, auf Delacroix’ Phoenix Hawk II herumzuklettern,als er dem Fulcrum hinterherdüst.
Der andere Fulcrum ganz rechts hält sich in Deckung und feuert auf unsere Fire Lance.
Die Clan–Truppen nutzen die Gelegenheit, dass wir durch diese schnellen Störtruppen abgelenkt sind, und rücken nun in voller Stärke an.
Einer von ihnen ist der mächtige Bane!
Wenn dieser Typ auftaucht, ist das immer so aufregend, dass ich ganz vergessen habe, Fotos zu machen. Seit vielen Spielen warten wir schon sehnsüchtig darauf, endlich eine Situation zu erleben, in der wir uns um nichts anderes kümmern müssen, als dieses Monster zu zerlegen. Wir ignorieren alles andere und konzentrieren unser Feuer auf den Bane. Nicht einmal diese Maschine kann einem solchen Feuerhagel standhalten, und der Pilot ist gezwungen, sich vom Spielfeld zurückzuziehen.
Nun, da das erledigt ist nehmen wir uns der gegnerischen leichten Truppen auf unserer Seite des Kanals an.


…und dann machen wir mal rüber. Und gehen sofort hinter den Gebäuden in Deckung.
Das Wichtigste ist, dass wir uns entweder komplett außer Sichtweite halten oder weit von den Gebäuden entfernt bleiben müssen. Wenn wir hinter den Gebäuden Halbdeckung suchen, könnte es passieren, dass zivile Gebäude von Querschlägern getroffen werden – und das müssen wir um jeden Preis vermeiden.
Der andere Fulcrum, der noch auf freiem Fuß ist, pfeilt an unserer Flanke vorbei…
Kieferböck (sandfarbener Catapult links) feuert auf den Panzer in Masters’ Rücken (grau–blauer Catapult unten rechts), kann ihn aber nicht ausschalten. Unsere schweren Kommando–Mechs sind gerade dabei, den Fluss zu überqueren.
Der Fulcrum pirscht sich von hinten an Leekons Crusaher an…
Kurz bevor er einen gewiss verheerenden Schuss in Leekons Rücken abfeuern kann, kommt Kübelböck angehastet und schaltet den Panzer endgültig aus.
Nachdem wir den Rücken endlich frei haben, gehen Tanits Talons in die Offensive.
Wir fokussieren das Feuer fast unserer gesamten Streitmacht auf Senders Thunderbolt II und endlich, ENDLICH segnet unser Erzfeind das Zeitliche.
Nachdem ihr Anführer ausgeschaltet ist, strecken die verbliebenen Jadefalken sehr bald die Waffen und ergeben sich.
Epilog
Die Handelsgilde von Alyina ist mit Tanits Talons höchst zufrieden. Apolakkia ist wieder in Sicherheit und kann weiterhin fröhlich hochwertige Landminen und Artilleriegeschosse produzieren. Das sind nämlich die wichtigsten Exportgüter, wie wir kurz vor der letzten Schlacht erfahren haben. Wie auch immer. Hurra!

Alle haben überlebt, wir haben keinen einzigen Battlemech verloren. Allerdings ist das Kassettendeck wahrscheinlich das einzige Originalteil am Awesome ist, da ichs ja zweimal geschafft habe, ihn zu schrotten.
Das Gleiche gilt für meine Lanzenkommandantin Priss Cadillac. Cpt.Lyndra „Lynx“ Tanit ist sehr zufrieden mit ihrer Mannschaft. Ihr Stellvertreter, Lt.Leekon, und der Kommandant der Aufklärungslanze, Mohammed Lee, waren die herausragenden Spieler des Feldzugs, da sie an jedem einzelnen Einsatz teilgenommen (und ihn überlebt!) haben. Sie erhalten die meisten Erfahrungspunkte.
Was für eine beeindruckende Spielerweiterung „Alpha Strike Aces“ doch ist. Es ist gar nicht so einfach, das Verhalten des Gegners zu durchschauen (nicht, um ihn zu übertölpeln, sondern einfach nur die Gegner richtig zu spielen!). Ich kann nicht behaupten, dass ich es bis zum Ende der Kampagne vollständig verstanden hab; glücklicherweise besitzen sowohl Virago als auch Cpt. Shandy die „Aces“-Erweiterung und wissen, wie man sie spielt.
Trotzdem haben wir nicht alles zu 100 % richtig hinbekommen. In einem Szenario haben wir eine Zeile zum Verhalten des Gegners übersehen, und vielleicht haben wir den Bane beim ersten Mal nicht so furchtbar gefährlich gespielt, wie er eigentlich sein sollte. Insgesamt denke ich aber, dass wir es meistens richtig gemacht haben.
Was unsere Vorgehensweise gegenüber dem Gegner angeht, sind wir vorsichtig und taktisch vorgegangen. Ich hatte den Eindruck, dass wir die Situation während der Spiele größtenteils im Griff hatten. Vor allem in der ersten Mission sind die Battlemechs des Clans wirklich furchteinflößend, und wir haben schnell zwei Dinge gelernt: das Feuer bündeln und mit dem Rücken zu einem Gebäude stehen.
Die wahre Stärke von „Aces“ liegt meiner Meinung nach in den Szenarien. Das Design ist wirklich clever: Verschiedene Ereignisse und dergleichen sind im Waypoints-System ausgedrückt, sodass der Szenario-Entwickler Trigger für Ereignisse sowohl räumlich (auf dem Tisch) als auch zeitlich (auf dem Zugzähler) platzieren kann!
Die Erfahrungspunkte und die besonderen Fähigkeiten, die Piloten erwerben können, waren viel weniger im Fokus, als ich zunächst angenommen hatte. Das Hauptziel in Bezug auf die Erfahrungspunkte darin bestand, Pilotenfertigkeit 3 zu erreichen. Edge–Punkte habe ich ausschließlich zum Modifizieren eines Würfelwurfs verwendet und nie aufgestuft. Vielleicht war die Spezialfähigkeit meines Piloten einfach nicht so nützlich. Cpt. Shandy und Virago scheinen Edge ebenfalls hauptsächlich zum Modifizieren genutzt zu haben, aber auch hier und da für die Fähigkeiten.
Ja, coole Kampagne. Ich bin sehr froh, dass ich dabei sein durfte. Wir haben im Januar angefangen und im September abgeschlossen (ja, dieser Bericht kommt super spät. 😀 ). Wir haben 7 Einsätze gespielt, von insgesamt 21 Szenarien im Buch. Das, zusammen mit den Entscheidungen, die man zwischen den Szenarien treffen kann, verspricht eine gute Wiederspielbarkeit, was bei jedem kooperativen Regelwerk immer ein wichtiger Aspekt ist. Und auf einem ganz primitiven Level macht’s schon Freude, dass man während der Kampagne gesammelte Punkte für „neues Spielzeug“ in Form von Fahrzeugen und Battlemechs ausgeben kann.
Wir bringen nicht viele der Kampagnen zu Ende, die wir beginnen, aber diese hier haben wir geschafft. Ich sage es zwar nur ungern, aber es hat gewisse Vorteile, wenn alles komplett vorkonfektioniert präsentiert wird. Übrigens habe ich gehört, dass die Umstellung der Kampagne auf Classic BT wirklich gut funktioniert. Hurra!
Also ja, ich hoffe, euch haben die Kampfberichte gefallen! Ich bin mir sicher, dass wir noch nicht das letzte Mal von „Tanit’s Talons“ gehört haben!


































